Freitag, 23. Mai 2014

2014 USA, 18. Mai - fotos

Nach all den ehrfurchtgebietenden Baumbegegnungen der letzten beiden Tagen, konnten eigentlich die nächsten im Reiseführer beschriebenen Sehenswürdigkeiten nur noch als ""nice to see" ausfallen.
Außerdem hat uns irgendwie eine innere Unruhe beschlichen, die uns konsequent Richtung Süden zog. Und so düsten wir nach dem Frühstück weiter auf dem one-o-one-south.... San Franzisco entgegen!

Irgendwie kann ich gar nicht zählen, in wievielen Filmen, die ich im Laufe meines Lebens gesehen habe, diese Stadt eine Rolle spielt. Straßen von San Franzisko, Mrs. Doubtfire, über das Erdbeben, die Goldgräber, Alcatraz, die Hippies, und, und, und, - natürlich die Golden Gate Bridge nicht zu vergessen.

foto

Und dann tauchte sie dann leibhaftig vor uns auf. Doch leider - schwups, die anderen drängelten ja so, waren wir schon rüber. Stilecht spielten um den zweiten Pfeiler Wolken / Nebelschwaden, die Sonne lachte...

Im Vorfeld hatten wir uns über die Hotelraten gewundert. Diese sind ja ein echtes Konstrukt aus Angebot und Nachfrage. Den Preisen nach musste dies ein sehr gefragtes Wochenende sein. Irgendwann hatten wir den Knoten dann durchgeschalgen und uns für das "Inn SFC" entschieden und waren nun gespannt, ob die Lobeshymnen bei Tripadvisor wohl annähernd gerechtfertigt waren. - Waren sie! Doch dazu später mehr... -
Zunächst einmal leitete uns Lisa-deutsch in mittlerweile gewohnt kaputtem englisch, "....nehmen sie die nächste Einfahrt und biegen sie rechts in die Dohntohn A Vau E..." (gemeint ist die nächste Highwayausfahrt und die Downtown Avenue kurz ave), zielsicher durch die Wirren der Stadt.

Überall liefen bunt kostümierte Gestalten in Joggingschuhen in unsere Richtung, vermehrten sich in buntem Treiben und erhielten plötzlich Unterstützung eines Policeofficer und seine Schild "Road closed!" Tja Lisa-deutsch, watt nu? Wir fuhren in größer werdenden Kreisen strikt den Anweisungen entgegen und hofften darauf, die Sperrungen zu umfahren. Nach einer halben Ewigkeit war auch das geschafft und wir hatten "das Ziel erreicht auf der linken Seite!"


Später in der BART - ich muss noch ergründen, wo der Unterschied zu einer Metro liegt- ergab sich dann die Lösung für all die kostümierten Menschen: Ein Marathonlauf mit gut 100.000 teilnehmern. Jetzt alle zum Kostüm noch mit blauen Finisher-T-Shirt und Medallie ausgestattet.

Ach, all die Bewerter und Kommentatoren auf tripadvisor hatten nicht zuviel versprochen. Das hübsche Häuschen reiht sich zwar recht unspektakulär in die Nachbargebäude ein, doch der Empfang, der uns bereitet wurde war total herzlich. Schwups waren die Koffer gen Zimmer verschwunden, die Garage gezeigt, unser Auto geparkt und wir im Frühstückssalon paltziert.
Dazwischen war mal fix unser Zimmer upgegradet - kostenfrei - da man sich erschrocken hatte, wie groß ich doch bin und das Queensizebed wohl doch nicht für mich reichen werde. Wir sitzen vor den Resten des Frühstücksbuffets, dürfen uns bedienen, alldieweil das Zimmer hergerichtet wird und dieses Buffet verdient zum ersten Mal in den USA das Prädikat - Frühstück, reichhaltig und gut. Selbst die Reste - frisches Obst, Müslisorten (nicht Frootloops und solch Werks), vegetarische Quiche, Brotsorten und vorallem: Porzellangeschirr und Besteck....

Bevorwir unser Zimmer beziehen folgte eine kurze Führung durch das Haus und Erläuterungen zum Haus. Salon, Restroom im Erdgeschoss, Garten mit Whirlpool, Hinweis auf die Dachgetrasse über dem dritten Geschoss, die hintere Treppe nicht nutzen, die knarrt nämlich so, ... - und dann ging es auf unser Zimmer.
- Fotos einfügen - ich sag nix...

Da wir die Stadt kaum abwarten konnten, haben wir uns kurz die gewagte Wendeltreppenkonstruktion zur Dachterasse raufgeschraubt und dann auf die Sochen gemacht.

Lisa, die toughe freundliche Herrscherin der Rezeption, hatte uns auf einem hauseigenen Stadtplan Empfehlungen eingezeichnet, die Stadt zu erkunden.

Somit fuhren wir mit der Bart an die Küste zum altehrwürdigen Ferry Building, das die Stadtteilfähren verabschiedet und letztlich auch End- bzw. Anfangpunkt der Piers ist. So arbeiteten wir uns nach und nach die Piers entlang, staunten hier, bewunderten dort, genossen die Sonne, die Athmosphäre und bekamen einen ersten Eindruck von San Francisco. Logisch, dass im Hard Rock Cafe ein Pause eingelegt wurde. Auf T-Shirtkäufe verzichteten wir noch, da wird sich noch etwas besseres finden lassen.
Unverkennbar herrschte zusätzlich zum Touristentrubel auch noch Sonntagsfamilienausflugstimmung. Da könnte jedes Nordseebad neidisch zuschauen.


Da wir ja schon im Hardrockcafe gegessen hatten, verzichteten wir auf BaBaGumShrimps von Forest Gump und schauten mit vielen anderen den gut 200 Seelöwen zu, die sich am Pier 39 auf zwei Pontos in der Sonne räckelten.

Ein nächstes muss war die Lombard Street. Aus Mrs. Doubtfire, anderen Filmen und vielen Erzählungen hatte ich schon ein Bild von dieser verrückten kurvigen Straße vor Augen. Was dort eigentlich nicht, oder nicht stark ausgeprägt vorkam, waren Autos. So stand ich schon mit offenem Mund da und begaffte, was sich dort abspielte. Eine unendliche - und wir waren etwa eine halbe Stunde dort, in dieser Zeit ergab sich nahezu keine Lücke zwischen den Fahrzeugen - Schlange von Fahrzeugen rollte die Kurven entlang. Quasi Stoßstange an Stoßstange kurvten Fahrer aller Nationen, Taxis, Go-Karts die Straße hinunter.
Unglaublich!


Als wir uns zu Fuß die Straße hinaufgequält hatten, tauchte auch die erste Cable Car auf. Ja, so hatte ich sie mir vorgestellt. Morgen werden wir selber eine Fahrt unternehmen.
Merkwürdige Technik. Erst konnte ich das surrende Geräusch auf der Straße gar nicht zuordnen, tippte gar auf die umliegenden Klimageräte, bis der Groschen fiel und ich das Seil in der mittleren Straßenschiene entdeckte, das dort seine endlos Schleife zieht.


Die amerikanische Art der Straßenführung mag auf dem ersten Blick eher langweilig wirken. Ach einfach so schachbrettartig die Straßen anzuordnen, öde! Doch für Touristen ist sie denkbar einfach zu händeln. Sobald man die richtige Straße gefunden hat, einfach nur noch dem Straßenverlauf folgen.X-Blocks und dann eventuell noch einmal links, oder rechts, einfach einige Straßen weiter, und man ist am Ziel.

Doch was uns auf dem Weg runter zum Civic Center am meisten verblüffte, wie schnell innerhalb eines Blockes - bzw. weniger hundert Meter - das Publikum und die Stimmung umschlagen kann.
Gerade waren wir noch aus der Lombard Street eingebogen, erlebten kleine Geschäfte und lokale und einen Block weiter fanden wir uns zwischen Obdachlosen, Bettlern und skurrilsten Typen wieder. Blos nicht in die Augen sehen, nicht anquatschen lassen, weiter gehen. Beim nächsten Block war der Spuk dann wieder vorrüber.
Gerade diese Wechsel machten uns immer wieder deutlcih, was ein Sozialstaat leisten kann, auch wenn bestimmt nicht alles optimal bei uns ist. Ein immer wiederkehrender Aspekt und ungutes Gefühl während der Reise.

Via Bart ging es dann fix zurück und die Oldies durften Ruhen und ihre Füße pflegen....


Mittwoch, 21. Mai 2014

2014 USA, 21. Mai

Heute Morgen ging dann doch alles sehr fix.

Nach einem leichten Älteren-Ehepaar-Gegrumpel, wie die Koffer denn nun am Günstigsten günstigesten zu packen seien, wurde die Manchmal-nervigste-aller-Ehefrauen frühstücken geschickt.



Von unserer Nobelvilla ging es dann recht fix zum Flughafen, Lisa-deutsch gab noch einige Kostproben ihrer Amerikanischkenntnisse - "intel A-ir-port" - und dann hieß es auch schon: Bye Bye Nobel-Dodge.




Die Lufthansa hat ja diesen kleinen Zusatz "Member of Staralliance", so mussten wir feststellen, dass der Rückflug mit United Airlines durchgeführt wurde. Logisch, dass gestern abend kein Online-Check-In via Lufthansa-App möglich war. Schade, dass dazu kein Hinweis erfolgte. Toll!!!! - dass wir nun Plätze, die drei Reihen auseinander und schön mittigliegen,  zugewiesen bekamen.

Kurz zögerten wir, als am Check-in-Terminal der Hinweis auftauchte, der Flug sei überbucht und wenn man bereit sei umzubuchen, winke ein Reisegutschein von rd. 400 Bucks... Doch der Heimwärtsdrang war größer!

So saß ich denn gut 11 Stunden eingepfercht zwischen einer 70 jährigen Perserin, die Gott-sei-Dank zierlich und sehr nett war, leider aber nur rudimentär Englisch sprach, und einem jungen indischen Päärchen, das nur auf sich fixiert war und die Zeit überwiegend nebeneinander schlafend verbrachte.
Die Ladie vor mir klappte den Sitz direkt in der Luft nach hinten und erst bei der Landung wieder nach vorn.....

Ach, was nutzt das Jammern, jetzt sitzen wir im Zug gen Münster, haben reichlich Platz, einen Tisch, damit ich schreiben kann und harren der Dinge, die uns noch erwarte....


Nachtrag:

Die Bundesbahn brachte uns nahezu pünktlich in der Heimat an, der Zwei-Wochen-Gelduldigste-aller-Söhne stand in Emsdetten stand am Bahnsteig, und bislang habe ich den Eindruck, aller freuen sich, dass wir zurück sind. Was will man nach solch schönem Urlaub mehr? !!!

Dienstag, 20. Mai 2014

2014 aus, 20. Mai

Die Golden Gate Bridge sollte an diesem Tage von uns fotografisch eingehend erfasst werden.

No Nebel, die Sonne lacht, nur leider hat der schusseligste alle Ehemänner verpennt, die Kamera aufzuladen. F.... Luch! Gut, dass dies schon wenige Schritte vom Hotel auffiel. So machte ich mich alleine daran, zwei Tagestickets für die MUNI zu erwerben, alldieweil mein Schatz den Akku pflegte und ein spontanes Sonenbad auf der Dachterasse unseres Hotels genoss.

Diese kurzfristige Planänderung hat sich gelohnt!









Es war schon ein beeindruckendes Erlebnis, den Spaziergang über die Brücke anzutreten. Unvorstellbar, wie man seinerzeit diese Konstruktion in die Bucht pflanzte, doch es ist geschafft und so machten wir einen Spaziergang, der aufgrund des Panoramas seines Gleichen suchte. Die Sonne lachte. Einige winzige Nebelschwaden ließen einen Hauch davon erahnen, wie es eigentlich an rund zweihundert Tagen im Jahr hier aussehen könnte. Und das ständige Katong-ssst-Katong auf der Fahrbahn ließ nicht vergessen, was der Grund war, diese Konstruktion zu schaffen: der Transport von Kraftfahrzeugen.

Nun denn, wir genossen es! Naja, mittig beschleunigte die Doch-mal-ängstliche Ehefrau den Schritt gewaltig. Bekamen wir doch zu spüren, dass die Brücke in der Lage ist, gut 8 Metern zu schwanken und die Seile die Fahrbahnoberfläche je nach Temperatur um bis zu 4 Metern heben oder senken. Ja, aber auch die gefühlten fünf Centimieter an diesem Tag, ließen schon ein Gefühl aufkommen, dass unwillkürlich den Schritt beschleunigte. Auch wenn die Ratio sich meldete: Thomas, solange es schwankt ist es sicher....







Nunn denn, unserer Finisher-T-Shirts hatten wir uns auf jeden Fall redlich erlaufen.




Vor der Suche nach Beute für Leon machten wir eine Schleife durch den Golden-Gate-Park. Für den Eintritt zu geizig - schließlich wollten wir ihn ja nur passieren - fanden wir ihn von außen betrachtet eher enttäuschend.

Da bot Ashburry Haights hier den Augen schon ganz andere Kost. Doch auch hier wurde immer wieder schnell deutlich, auch in Sanfranciso, vielleicht auch gerade hier, stehen viele auf der Verliererseite. Dies trübt doch immer wieder schnell diese sonnige Stadt.

Unter den vielen kleinen Lädchen dieser Straße stießen wir auch auf ein das ein oder andere Schuhgeschäft. Im Laden von .... ?... Stießen wir auf erstaunlich viele Modelle, die uns von Produzenten mit Produktion in Portugal sehr bekannt vorkamen. Mit dem Verkäufer da entwickelte sich ein nettes Fachgespräch.

Klar ist jetzt: next time müssen wir die Double Ju Es (W A S) in Las Vegas besuchen. Da bekommen wir einen super Einblick in alle neuen Trends, die vielleicht auch mal zu uns rüberschwappen. Die andere Erkenntnis aus dem Gespräch: es gibt eigentlich kein gescheites Angebot an Kinderschuhen in se ju es. Die Empfehlung, uns mal den führenden Anbieter Nordtrom anzusehen brachte ein Hammerbild:




In den Tiefen des riesigen Einkaufzentrums war dann doch noch eine ansprechende Kinderabteilung verborgen.




Es bleibt die Erkenntnis, hier werden nicht bessere, oder modischere Kinderschuhe als bei uns angeboten. Wenn man dem Verkäfer glauben darf, sind die Eltern auch nicht unbedingt bereit, viel Geld für die Schuhe ihrer Kids auszugeben. Und: so schlecht sind wir gar nicht. was Ware, service und Verkau angeht.

Dann hieß es heimwärts gehen und versuchen, zwei etwa gleich schwere Koffer zu basteln und das Handgepäck überschaubar zu halten. Als das so gut wie geschafft war, hatten leider die meisten Restaurants schon geschlossen.

Zum Glück, sage ich im nachhinein. Denn so landeten wir in der Taqueria Cancun. Ein einfach eingerichteter Laden mit einer unschlagbaren Truppe hinter der Theke. Respekt, was die Jungs in einer Wahnsinnszeit so an Taccos, Burritos und ähnlicher Kost so raushauten.

Als die Reihe mit Bestellungen an uns war, taucht ein großer, auf die Kasse geklebter Zettel auf:
Only Cash! - Was ist das, hier im Land der unbegrenzten Kreditkarten? Ein Blick ins Portemonnaise zwingt mich zum "Offenbarungseid" und zur Umnstellung des Speiseplanes. Entschuldigen Sie, Sir, was bekomme ich noch für 16 $? Ach, er war gnädig und so reichte es dann doch noch für zwei Borritos und zwei Mineralwasser.




Als "kleinen Gruß aus der Küche" gab es noch zwei Riesenportionen Nachos inclusive höllenschafter Soßen.
Wieder daheim, jip, diese Gefühl konnte durchaus im Hotel aufkommen, genossen wir noch einen Portwein bzw. Sherry und fielen dann ins Bett.



Montag, 19. Mai 2014

2014 USA, 19. Mai

Unser Tag startete mit einem phänomenalem Frühstück. Eigentlich war es das erste Mal, das ein Frühstück hier seinen Namen verdient hat. Nicht nur das es Porzelanteller, edles Besteck, Tassen und Gläser gab, nein, auch die Auswahl war mehr als reichhaltig. Hier ein Blickk auf das Früchtebuffet:


Dazu die - tja welches Adjektiv nehme ich? - Athmosphäre, die Einrichtung, die klassische Musik. Überall Gäste auf Sesseln, Chaisselongue, am Tisch, entspannt frühstückend, sich leise unterhalten. Einfach schön!
Dann wurde das warme Jäckchen angezogen, der Rucksach gepackt und auf ging es, San Francisco weiter zu erkunden. Warmes Jäckchen? Jip, dem Reiseführer mochte ich zunächst nicht glauben, doch die Temperaturen schwanken innerhalb weniger Blocks mächtig. Dazu der ständig starke Winde (auch je nach Block wechselnd) und mal Sonne, mal Schatten.
Zu Fuß ging es zur Mission Dolores, der ältesten Kirche der Stadt. Ein Relikt aus der Gründerzeit, streng genommen sogar noch einige Tage vor der offiziellen Stadtgründung.
Stolz präsentierte man Bilder der Päpste Johannes Paul II. - klar, wor war er nicht und Pius VI (?), ich wusste gar nicht, das der überhaupt den Vatikan verlassen hatte. Wenn er da auch noch hier vorbeischaute, war das glaube ich wirklich eine Besonderheit.



Mit der Bart (hat nix mit den Simpsons zu tun, wir mir ein englischer Tourist versicherte) düsten wir zum Visitor Center in der Stadt und kauften uns ein Tagesticket für die MUNI, die öffentlichen, städtischen Verkehrsmittel der Stadt. Ja, inclusive der Cable Car.
Die "Bodenstation" dieser schrillen Gefährte war gleich um die Ecke, aber versehen mit einer mindestens 800 m langen Touristenschlange. Irgendwie machten irgendwann die Tipps die Runde, dass man lieber zwei, oder drei Stationen bergan gehen solle, da man hier die Bahnen nicht "prall gefüllt" starten lasse und dort somit auf jeden Fall einfach Plätze zu ergattern seien.
Gehört, getan und es klappte prima. Und so starteten wir unsere erste Tour mit diesem Vehikel. Strange - so ganz habe ich das Prinzip noch nicht verstanden, welcher der beiden "Fahrer" sich an welchem Hebel ins Zeug legen muss, doch ein Erlebnis war es allemal!
^fotos einfügen^
Diese erste Spritztour führte uns zur Kathedrale. Nach den bisherigen Erfahrungen mit der amerkianisch-historischen Baudenkmalkultur hatte ich nicht allzu hohe Erwartungen, wurde jedoch sehr überrascht.



Das eher nüchterne äußere (halt Nachbau einer Kathedrale, aus Erdbebengründen aus Stahlbeton) barg viele Dinge, die uns doch beeindruckten:





Ein Tryptichon Keith Hearing, den ich eigentlich immer schon mochte. Es war seine letzte Arbeit bevor er starb. Sie findet einen würdigen Platz in der Seitenkapelle, die allen Aidskranken gewidmet ist. Der AIDS interfaith Chapel. Spannend, die Symbole der unterschiedlichen Glaubensgemeinschaften. Etwa drei bis vier der Symbole konnte ich zuordnen. Hinsichtlich der Anderen muss ich wohl noch meine Hausaufgaben machen.


Auch ist hier immer ein Stück des Kiltes vom weltweiten Aidsprojekt - ein solcher Kilt war uns auch schon in Berlin auf dem Friedhof in Berlin begegnet.
Das blau der Glasfenster erinnerte mich spontan an die Fenster der Kathedrale in Chartre. Im Führer der Kathedrale stand zu lesen, dass das Glas für die Fenster von dort gestiftet wurde. Die Motive fand ich interessant, doch, was biblische Erzählungen in Glasfenstern angeht, ist Chagall in Mainz für mich unschlagbar.
Einige interessante Motive fanden sich dennoch:

 


Marlies machte sich direkt auf die Wanderung durch das Labyrinth des Fußbodenmosaikes. Die Pfarrerin war wohl seinerzeit so fasziniert von dem Labyrinth in Chatre, dass sie es mit Klebestreifen nachbildete. Es wurde immer so schnell abgenutzt, dass sich irgendwann mal ein Spender für eine Mosaikversion fand.





Die ganze Zeit über herrschte geschäftiges Treiben im Innenraum. Es wurde ein riesiger Blumenschmuck aufgebaut, ein Musiker spielte sich auf dem Flügel ein, ein Sänger machte Übungen. Als die ersten festlich gekleideten Personen auftauchten, dachte ich hier gibt es gleich ein Hochzeitsfest. Doch falsch gelegen. In einem Gespräch mit einem Gast, der sich wohln noch kurz die Beine draußen vertrat, erfuhren wir, dass es sich um eine Beerdigung eines 82jährigen handelt.
Ein für uns wohl eher ungewöhnlicher Rahmen. Doch wir sahen hier ja nur den Ausschnitt der kirchlichen Feier. Vielleicht gibt es dort keine festlich geschmückten Friedhofskapellen.... who knows.

Im kleinen Park gegenüber gab es eine kurze Pause. Auch hier verblüfft mich immer wiede, wie schnell die Umgebungen, Stimmungen, Menschen,... wechseln. Ein Springbrunnen pläschert, die Leute sitzenentspannt unter Bäumen, oder in der Sonne und schon müssen die Kathedrale, die Hochhäuser und Luxushotels in den Hintergrund treten. Doch auf auf, weiter geht´s.

Eine Cable Car wird geentert. Diesmal sitzen wir auf den "Schleudersitzen" an der Außenseite und düsen Richtung Chinatown.








Während der Wartezeit an der Haltestelle schoss ich diesen Schnappschuss, der gut zeigt, wie steil die Straßen hier sein können. Der Wagen hat nicht mehr sehr viel Bodenhaftung bei den Vorderrädern:





Chinatown:






Dieses mal hat der Bezirk seinen Namen wahrlich verdient. Auf einmal - wieder einmal - erscheint es ein Trip in eine andere Welt. Klar, alles ist stark touristisch angehaucht, doch so hatte ich mir das Flair einer amerikanischen Chinatown vorgestellt.
Zeit für seeing, shopping, entdecking....


Die nächste Sehenswürdigkeit gab es im Bereich "Civic Center". Die City Hall hatte uns schon gestern irgendwie an Rom erinnert. Heute morgen las ich, dass man sich stilistisch an den Petersdom angelehnt hatte. Na ja. Im inneren erwartete uns eher ein nüchtern-amerkikanischer Protzbau. Tja, wieso soll man hier nicht auch Macht durch Bauten visualisieren.



Weiter ging es bis zum Viertel Ashbury Hayghts. Hier war seinerzeit die Hochburg der Hippies. Einigen traurige Überbleibselgesellen aus dieser Zeit begegnet man heute noch. Dennoch die Straßen sind geprägt durch eine bunte Mischung kleinerer, hipper Läden, ausgeflippterem Publikum und vielen Touristen.










Uns zog es Richtung "Amoebia" - the world largest record store (Mit Medical Majuana Abteilung, die meine BEK Karte irgendwie nicht akzeptieren wollte ,;-)) -, hatten wir doch eine To-do-Liste für den Export von Vinyl abzuarbeiten. Doch schon bei "August Burns Red" streikte das Wissen der Mitarbeiter. Na vielleicht bürgt Masse ja doch nicht immer für Klasse....




Zurück ging es zum Hotel, fußmüde, lahm und rechtschaffen müde von einem Tag der uns reichlich mit Eindrücken versorgt hatte.




2014 USA, 16. Mai

Bin ich doch ein Würmchen...
Na ja, zumindest wage ich zu behaupten, dass ich nicht kleinwüchsig bin. So machten wir uns nach dem Frühstück auf, die berühmten RedWoods zu entdecken.
Wenn es eine gute Einrichtung hier in den US&A gibt, dann sind dies die Besucherzentren, die zu den jeweiligen Nationalparks gehören.
So erklärte uns wenig später eine nette Dame im Redfords Visitor Center, wie wir am besten diesen Baumriesen einen Besuch abstatten können.

Sie empfahl uns für den Einstieg einen Weg von den Bergen hinunter, der auch gut mit dem Auto zu befahren sei...

Gut? Nun, dies war einiges der wenigen Male, an denen ich mir doch einen der mächtigen PickUps gewünscht hätte. Doch im Schritttempo machten wir uns den Weg abwärts, an den mächtigen Baumriesen vorbei.
Beeindruckend! - Doch irgendwie beschlich mich ein mulmiges Gefühl. Da komme ich Wurm angetuckert mit einer lärmenden, stinkenden Spritkutsche und möchte diesen Wald passieren.
Die Stille, die Bäume, es war, als führe ich mit einem Smart in den Kölner Dom.
Auch schienen die Baumriesen Tolkiens Gestalt anzunehmen. "Was will der den hier? Er ist auf Durchreise? Mmmmmmh... Platz machen? Ungerrrrrrn... Mmmmm..."  - "Ja, ich weiß! Bitte verzeiht,
doch die Rangerin meinte... Ach, sorry!" O.k. Sie ließen uns letztlich doch passieren.





Links und rechts der "Straße" waren Wege ausgeschildert und so machten wir uns auf zu einer Rundwanderung.
Suche ich nach einem Wort, die Stimmung zu beschreiben, komme ich auf "mächtige Stille". Jip, das sind jetzt zwei Worte, aber sie war halt mächtig, diese Stille. Irgendwie war die Zeit spürbar, die dort langsam von den mächtigen Zweigen tropfte, dem Boden entgegen,... Wir waren auf Zwergen- und Zeitlupenmodus umgeschaltet.
Recht behielt auch der Reiseführer. Das Wandern dort gestaltet sich für Ungeübte recht schwierig. Man starrt mit offenen Mund die Gipfel der Riesen suchend in die Luft. Statt dessen sollte man sich auf die Wurzeln konzentrieren, denn diese durchbrechen immer wieder knorrige die Bodenoberfläche. Die perfekten Stolperfallen also. Höre ich da nicht gerade ein leieses Kichern zwischen den Bäumen, als ich dort so auf dem Boden liege?
Weiter geht's. Eine zweite Straße. Weitere unzählige Giganten. Wirken sie aus dem Auto schon nicht mehr ganz so möchtige? Oder gewöhnen wir uns an den Anblick?
Ein weiteres Visitor Center. Von hier führt ein schöner zig-zag-way to Big Tree. Dies ist der drittgrößte bekannte Redwood. Ach, lest selbst:





Irgendwie hat sich die Stimmung noch wieder geändert. Warum? Hier scheinen die Bäume noch mächtiger, stehen noch luftiger, wirken noch mehr wie die Säulen einer mächtigen natürlichen Kathedrale. Gaudi hätte seine gaudi.




Irgendwann mussten wir uns doch losreißen. Ziel des Tages sollte Eureka sein. Verwirrend fanden wir die Preislage dort. Was um Himmelswillen macht eine Übernachtung in diesem typeschen Ort - o.k. mit netter Altstadt - so teuer. 199,00 Dollar für ein gammeliges Zimmer in einem zweitklassigen Motel. Wieso?
Die intensiveren Nachfragen im Motel brachten Klarheit. Heute werdet ihr in "the whole county" keinen Platz mehr finden. Es ist "graduation day" der Humboldt Uni. Somit ist alles schon seit über einem Jahr ausgebucht. Sh... Whole County meint dann auch, dass das für einen Umkreis von 200 Milen gilt. Hat die Uni denn so viele Studenten?
O.K. - on the road again. Wir haben den erstklassigen Einfall, dass es doch in den kleinen Orten links und rechts des Highways auch Übernachtungsmöglichkeiten geben muss. Gesagt, geblinkt, getan... Uahhh! Jetzt lernen wir mal die andere Seite des Landes kennen. Armselige Häuser, gammelige Motels, Tankstellen vor denen sich gerade die Gangs sammeln. Etnisch sauber getrrennt.
Weiter geht's. Es lockt ein nobles Holzhaus am Rande der Redwoods. Ein toll gemachtes Anwesen. Doch bei 299 Dollar ist auch unsere Schmerzgrenze überschritten. (Ich vergaß, die Preisangaben für diesen Tag verstehen sich pro Person....).
Irgendwann blinkt uns ein Best Western Schilde entgegen. Haben wir richtig gelesen? Vacency? Yes! Wir stürmen die Rezeption. Jip, stimmt, aber es gibt nur noch Raucherzimmer. Egal!-gib her den Chip.
Gesagt, getan, und als die Formalitäten erledigt sind, springt draußen das rote "No"-Zeichen an.
Wo sind wir? Ich muss es auf den Kreditkartenabrechnungen nachsehen. Doch die "Innenstadt" ist so nett, dass wir lieber die Sachen aus dem Subway mitnehmen und ein Picknick auf dem Zimmer machen.



2014 USA, 15. Mai - under construction




Unser heutiges Ziel ist eine Art Freilichtzoo. Sea Lions Cave... eine natürliche Höhle, in der sich immer wieder Mengen von Seehunden sammeln. So richtig zur Attraktion in amerikanischen Reiseführern wurde sie jedoch erst, als dort ein Aufzug eingebaut wurde, der den bequemen Abstieg in die etwa 50 Meter Tiefe ermöglichte.
Saisongemäß waren jedoch drinnen nur einige Seelöwinnen und ihre Jungen zu sehen. Draußen tummelten sich dann schon mehr dieser Artgenossen. Alles in allem interessant. Aus der Höhle heraus erwischten wir schon einen kleinen Ausblick auf unser nächstes High-way-Light. (Light ist gut....)
Wenn ich dem Reiseführer glauben darf, handelt es sich bei dem Hecetea Light House um einen der meist fotografiertesten Leuchttürme des Landes. Ja, das hat seine Berechtigung. Ein kurzer Fußweg führt uns, vorbei an dem wunderschön renovierten Leuchtturmwärterhaus raus an die Klippen zum Leuchtturm. Unterwegs zeigen Tafeln, wie mühselig das Leben hier in früherer Zeit - ohne Straßenverbindungen - war. Unvorstellbar, dass sich Menschen hier freiwillig niederließen.
Schmunzeln muss ich, als wir direkt vor dem Leuchtturm stehen. Hier ist die sonst übliche Gigantomanie der Amerikaner mal auf ein praktisches Maß geschrumpft. Ist man es bei uns gewohnt, vor den Leuchttürmen den Kopf weit in den Nacken zu legen, reicht hier ein kleiner Schritt zurück und man hat das gesamte Bauwerk vor Augen. Nun, auch so ist das Leuchtfeuer weit genug zu sehen, liegt das Gebäude selber doch schon hoch auf den Klippen und somit weit über dem Meeresspiegel. Genauere Zahlen werden wir später noch erfahren.
Eine ältere Dame führt uns und einige andere Touristen durchs Gebäude. Aufzug - selbst hier in den US&A - Fehlanzeige. So winden wir uns die schmale Wendeltreppe hinauf. Die Lady keuchte, einem Zusammenbruch nahe und muss von Zwischenstop zu Zwischenstop längere Pausen einlegen, bis sie Luft genug hat, Ihre Erläuterungen fortzusetzen.
Ach hätte ich doch irgendwann in früherer Zeit mal mehr Vokabeln gepaukt. Aber für die Grundlagen reicht es, die Lady ist nachsichtig und geduldig, und so erfahren wir doch einiges über den Leuchtturm, seine Entstehungsgeschichte - Ha, seinerzeit war man nur in Europa in der Lage solche Linsen zu schleifen! - und erhalten einen ganz nahen Supereinblick in die Technik der Linse.
Weiter geht es, den Highway 101 N - praktisch ist die Beschilderung mit N und S. So hat man immer schnell den Überblick, ob die grobe Richtung noch stimmt, der nächsten Attraktion entgegen.

Der Dünenlandschaft an der Küste Oregons.




Idee von typischen Laden am Ende der Welt...







Beide Varianten der Dünen erlebt:
american way

die touristen beeindruckende Variante. Start des Trails eher wie Spaziergang in der Gieft, aber dann...



Strecke gemacht - Amerikanischer Kleinstädte - Hinterland nicht erschlossen - da noch ein Stück des Weges, Einkauferlebnis der amerikanischen Art:
Special Einkaufswagen für Special Clients (alt, oder einfach nur fett?)



Unsere Jungs hätten Ihre Freude gehabt... Opa Waltermäßig in ein "Espresso Drive Inn" ....


- Foto Carlifonia Welcomes You einfügen