Außerdem hat uns irgendwie eine innere Unruhe beschlichen, die uns konsequent Richtung Süden zog. Und so düsten wir nach dem Frühstück weiter auf dem one-o-one-south.... San Franzisco entgegen!
Irgendwie kann ich gar nicht zählen, in wievielen Filmen, die ich im Laufe meines Lebens gesehen habe, diese Stadt eine Rolle spielt. Straßen von San Franzisko, Mrs. Doubtfire, über das Erdbeben, die Goldgräber, Alcatraz, die Hippies, und, und, und, - natürlich die Golden Gate Bridge nicht zu vergessen.
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Und dann tauchte sie dann leibhaftig vor uns auf. Doch leider - schwups, die anderen drängelten ja so, waren wir schon rüber. Stilecht spielten um den zweiten Pfeiler Wolken / Nebelschwaden, die Sonne lachte...
Im Vorfeld hatten wir uns über die Hotelraten gewundert. Diese sind ja ein echtes Konstrukt aus Angebot und Nachfrage. Den Preisen nach musste dies ein sehr gefragtes Wochenende sein. Irgendwann hatten wir den Knoten dann durchgeschalgen und uns für das "Inn SFC" entschieden und waren nun gespannt, ob die Lobeshymnen bei Tripadvisor wohl annähernd gerechtfertigt waren. - Waren sie! Doch dazu später mehr... -
Zunächst einmal leitete uns Lisa-deutsch in mittlerweile gewohnt kaputtem englisch, "....nehmen sie die nächste Einfahrt und biegen sie rechts in die Dohntohn A Vau E..." (gemeint ist die nächste Highwayausfahrt und die Downtown Avenue kurz ave), zielsicher durch die Wirren der Stadt.
Überall liefen bunt kostümierte Gestalten in Joggingschuhen in unsere Richtung, vermehrten sich in buntem Treiben und erhielten plötzlich Unterstützung eines Policeofficer und seine Schild "Road closed!" Tja Lisa-deutsch, watt nu? Wir fuhren in größer werdenden Kreisen strikt den Anweisungen entgegen und hofften darauf, die Sperrungen zu umfahren. Nach einer halben Ewigkeit war auch das geschafft und wir hatten "das Ziel erreicht auf der linken Seite!"
Später in der BART - ich muss noch ergründen, wo der Unterschied zu einer Metro liegt- ergab sich dann die Lösung für all die kostümierten Menschen: Ein Marathonlauf mit gut 100.000 teilnehmern. Jetzt alle zum Kostüm noch mit blauen Finisher-T-Shirt und Medallie ausgestattet.
Ach, all die Bewerter und Kommentatoren auf tripadvisor hatten nicht zuviel versprochen. Das hübsche Häuschen reiht sich zwar recht unspektakulär in die Nachbargebäude ein, doch der Empfang, der uns bereitet wurde war total herzlich. Schwups waren die Koffer gen Zimmer verschwunden, die Garage gezeigt, unser Auto geparkt und wir im Frühstückssalon paltziert.
Dazwischen war mal fix unser Zimmer upgegradet - kostenfrei - da man sich erschrocken hatte, wie groß ich doch bin und das Queensizebed wohl doch nicht für mich reichen werde. Wir sitzen vor den Resten des Frühstücksbuffets, dürfen uns bedienen, alldieweil das Zimmer hergerichtet wird und dieses Buffet verdient zum ersten Mal in den USA das Prädikat - Frühstück, reichhaltig und gut. Selbst die Reste - frisches Obst, Müslisorten (nicht Frootloops und solch Werks), vegetarische Quiche, Brotsorten und vorallem: Porzellangeschirr und Besteck....
Bevorwir unser Zimmer beziehen folgte eine kurze Führung durch das Haus und Erläuterungen zum Haus. Salon, Restroom im Erdgeschoss, Garten mit Whirlpool, Hinweis auf die Dachgetrasse über dem dritten Geschoss, die hintere Treppe nicht nutzen, die knarrt nämlich so, ... - und dann ging es auf unser Zimmer.
- Fotos einfügen - ich sag nix...
Da wir die Stadt kaum abwarten konnten, haben wir uns kurz die gewagte Wendeltreppenkonstruktion zur Dachterasse raufgeschraubt und dann auf die Sochen gemacht.
Lisa, die toughe freundliche Herrscherin der Rezeption, hatte uns auf einem hauseigenen Stadtplan Empfehlungen eingezeichnet, die Stadt zu erkunden.
Somit fuhren wir mit der Bart an die Küste zum altehrwürdigen Ferry Building, das die Stadtteilfähren verabschiedet und letztlich auch End- bzw. Anfangpunkt der Piers ist. So arbeiteten wir uns nach und nach die Piers entlang, staunten hier, bewunderten dort, genossen die Sonne, die Athmosphäre und bekamen einen ersten Eindruck von San Francisco. Logisch, dass im Hard Rock Cafe ein Pause eingelegt wurde. Auf T-Shirtkäufe verzichteten wir noch, da wird sich noch etwas besseres finden lassen.
Unverkennbar herrschte zusätzlich zum Touristentrubel auch noch Sonntagsfamilienausflugstimmung. Da könnte jedes Nordseebad neidisch zuschauen.
Da wir ja schon im Hardrockcafe gegessen hatten, verzichteten wir auf BaBaGumShrimps von Forest Gump und schauten mit vielen anderen den gut 200 Seelöwen zu, die sich am Pier 39 auf zwei Pontos in der Sonne räckelten.
Ein nächstes muss war die Lombard Street. Aus Mrs. Doubtfire, anderen Filmen und vielen Erzählungen hatte ich schon ein Bild von dieser verrückten kurvigen Straße vor Augen. Was dort eigentlich nicht, oder nicht stark ausgeprägt vorkam, waren Autos. So stand ich schon mit offenem Mund da und begaffte, was sich dort abspielte. Eine unendliche - und wir waren etwa eine halbe Stunde dort, in dieser Zeit ergab sich nahezu keine Lücke zwischen den Fahrzeugen - Schlange von Fahrzeugen rollte die Kurven entlang. Quasi Stoßstange an Stoßstange kurvten Fahrer aller Nationen, Taxis, Go-Karts die Straße hinunter.
Unglaublich!
Als wir uns zu Fuß die Straße hinaufgequält hatten, tauchte auch die erste Cable Car auf. Ja, so hatte ich sie mir vorgestellt. Morgen werden wir selber eine Fahrt unternehmen.
Merkwürdige Technik. Erst konnte ich das surrende Geräusch auf der Straße gar nicht zuordnen, tippte gar auf die umliegenden Klimageräte, bis der Groschen fiel und ich das Seil in der mittleren Straßenschiene entdeckte, das dort seine endlos Schleife zieht.
Die amerikanische Art der Straßenführung mag auf dem ersten Blick eher langweilig wirken. Ach einfach so schachbrettartig die Straßen anzuordnen, öde! Doch für Touristen ist sie denkbar einfach zu händeln. Sobald man die richtige Straße gefunden hat, einfach nur noch dem Straßenverlauf folgen.X-Blocks und dann eventuell noch einmal links, oder rechts, einfach einige Straßen weiter, und man ist am Ziel.
Doch was uns auf dem Weg runter zum Civic Center am meisten verblüffte, wie schnell innerhalb eines Blockes - bzw. weniger hundert Meter - das Publikum und die Stimmung umschlagen kann.
Gerade waren wir noch aus der Lombard Street eingebogen, erlebten kleine Geschäfte und lokale und einen Block weiter fanden wir uns zwischen Obdachlosen, Bettlern und skurrilsten Typen wieder. Blos nicht in die Augen sehen, nicht anquatschen lassen, weiter gehen. Beim nächsten Block war der Spuk dann wieder vorrüber.
Gerade diese Wechsel machten uns immer wieder deutlcih, was ein Sozialstaat leisten kann, auch wenn bestimmt nicht alles optimal bei uns ist. Ein immer wiederkehrender Aspekt und ungutes Gefühl während der Reise.
Via Bart ging es dann fix zurück und die Oldies durften Ruhen und ihre Füße pflegen....





















