Heute haben wir einen Spaziergang nach Calw gemacht. Calw - die Hesse-Stadt. Wie wir heute erfahren haben, hat der gute Hermann Hesse so insgesamt nur gut 10 Jahre hier gelebt, aber Marketingexperten haben ja immer eine gute Idee und so stößt man hier an allen Ecken und Kanten auf den Namen Hesse.
„Je mehr das Alter mich einspinnt, je unwahrscheinlicher es wird, daß ich die Heimat der Kindheits- und Jünglingsjahre noch einmal wiedersehe, desto fester bewahren die Bilder, die ich von Calw und von Schwaben in mir trage, ihre Gültigkeit und Frische. Wenn ich als Dichter vom Wald oder vom Fluß, vom Wiesental, vom Kastanienschatten oder Tannenduft spreche, so ist es der Wald um Calw, ist es die Calwer Nagold, sind es die Tannenwälder und die Kastanien von Calw, die gemeint sind, und auch Marktplatz, Brücke und Kapelle, Bischofstraße und Ledergasse, Brühl und Hirsauer Wiesenweg sind überall in meinen Büchern, auch in denen, die nicht ausdrücklich sich schwäbisch geben, wiederzuerkennen, denn all diese Bilder, und hundert andere, haben einst dem Knaben als Urbilder Hilfe geleistet, und nicht irgendeinem Begriff von „Vaterland“, sondern eben diesen Bildern bin ich zeitlebens treu und dankbar geblieben; sie haben mich und mein Weltbild formen helfen, und sie leuchten mir heute noch inniger und schöner als je in der Jugendzeit.“
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Natürlich haben wir das Hesse-Museum besucht und dabei ein ganz besonderes Geschenk erhalten. An der Kasse meldete gerade jemand "seine Gruppe" an. Auf die Frage, ob er eine Führung macht, bekamen wir ein "Nein." zur Antwort. Aber dann lud er uns doch ein, an seiner kleinen Veranstaltung für seine Freunde teilzunehmen.
Es stellte sich heraus, dass dieser Hesse-Fan für seine Freunde einen Vortrag mit Lesung zum Leben des Hermann Hesse vorbereitet hatte. Einfach schön! - und spannend lehrreich.
Die Fotos zeigen ganz gut, wie schön der Tag war.
Und auf dem Heimweg trafen wir dann noch auf diesen kleinen Kerl, der mindestens so versonnen drein blickt wie wir auf den Bildern....
Thomas